Lebensmittelallergie
Wenn
Essen krank macht!
Gehören Sie auch zu denjenigen, die sich auf den Herbst und
den Verzehr frisch geernteter Äpfel freuen? Wie schön - sofern
Sie nicht zu dem Personenkreis gehören, für den der Apfel als
Auslöser von Atemnot bis zu Erstickungsanfällen, geschwollenen
Lippen und Augen oder juckendem Ausschlag identifiziert wurde.
Dieser Personenkreis leidet nämlich unter einer Nahrungsmittelallergie.
Sie haben jedoch einen "Vorteil": Sie wissen um Ihre
Allergie gegen Äpfel bereits. Dass dies nicht immer so einfach
ist, darüber können allergologisch tätige Ärzte berichten: "Es
kann bis zu Monate detektivischer Kleinarbeit bedürfen, bis
wir eine Diagnose stellen können". Der Grund: Neben ganzen
Nahrungsmitteln, die mit dem Symptom als Auslöser in Verbindung
gebracht werden können, sind oft natürliche, aber auch künstliche
Nahrungsmittelbestandteile die Ursache der allergischen Reaktion.
So vielfältig wie die Auslöser sind aber auch die untypischen
und unklaren Beschwerden, die jeden Körperteil betreffen können.
Unser Tip: Wenn nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel Beschwerden
wie etwa Magenschmerzen, Druck im Oberbauch, Übelkeit, Brennen
im Mund oder o.g. Symptome auftreten, sollte Ihr Arzt eine Nahrungsmittelallergie
ausschließen.
Bei
den nachfolgend aufgeführten Beschwerden (nur ein kleiner Auszug
aller Möglichkeiten), sollten Sie, insbesondere wenn in Ihrer
Familie bereits Allergien bekannt sind, selbst an eine Nahrungsmittelallergie
denken und Ihren Arzt aufsuchen:
-
Tränende
oder juckende Augen oder wässriger Schnupfen.
-
Hautrötungen
als Flecken oder Pusteln (Nesselfieber oder auch Urtikaria).
-
Stark
ausgeprägter Juckreiz ohne erkennbare Ursache.
-
Schwellungen
der Rachenschleimhaut ("Quincke-Ödem"), das sehr
plötzlich auftritt und Atemnot mit sich bringt.
-
Asthmaartige
Atemnotanfälle.
-
Schwindelgefühl,
Müdigkeit, Schwäche und Migräne.
-
Blähungen,
Bauchschmerzen, Übelkeit und Brechreiz.
-
Krampfartige
Durchfälle.
Aber
Vorsicht: Bevor Sie alle vermuteten und "beschuldigten
" Nahrungsmittel strikt meiden oder alle möglichen, ebenso
kostspieligen wie oft kuriosen Diäten in Eigeninitiative starten,
sollte die Nahrungsmittelallergie durch Ihren Allergologen exakt
diagnostiziert, d.h. gesichert sein!
Zudem
muß Ihr Arzt abklären, ob es sich um eine "echte "
Allergie oder "nur " um eine Unverträglichkeitsreaktion
handelt. Letztere könnte nämlich nicht durch eine antiallergische
Therapie behandelt werden.
Zur Diagnose einer Nahrungsmittelallergie kann Ihr Arzt in mehreren
Schritten gelangen:
-
Anamnese
(Gespräch mit Ihnen über die Krankheits- und Familiengeschichte).
-
Hauttests
(vielleicht geben Standardtestreihen hier bereits Hinweise).
-
Auslassdiäten
(der Arzt überwacht verschiedene Ernährungsmöglichkeiten,
wobei das oder die vermuteten Nahrungsmittel vom Speiseplan
gestrichen werden).
Steht die Diagnose einmal fest, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten,
was Sie selbst zu einem "erträglichen " Leben mit
der Allergie beitragen können. Ist ein Allergen erkannt, ist
es am einfachsten, es zu meiden, und wenn es sich z.B. um Austern
handelt, dürfte das auch jedem gelingen. Bei Nahrungsmittelbestandteilen
sieht es hingegen schon anders aus.
Trotzdem
folgen nun noch einige Tipps, die Sie zu Hause umsetzen
können:
- Fertigprodukte sollten Sie meiden,
da Sie nie wissen, welche Stoffe verarbeitet werden.
Nicht überall besteht eine Deklarationspflicht über
die Inhaltsstoffe.
Deshalb: Besser Finger weg
vom "fast food quot;.
- Einige Nahrungsmittel (z.B. einige
Gemüsesorten) verlieren durch Kochen oder Braten (also
Erhitzen) ihre allergene Potenz bzw. sie verursachen
auf diese Weise keine unerwünschten Wirkungen.
- Durch Trocknen kann bei frischen
Nahrungsmitteln wie Kräutern das gleiche bewirkt werden.
- Vermeiden Sie, neben den bereits
genannten Nahrungsmitteln mit unbekannten Inhaltsstoffen,auch
Arzneimittel, deren Inhalte Sie nicht kennen.
Führen Sie vor allem keine unkritische Arzneimitteltherapien
mit beispielsweise Schmerzmitteln, Verdauungsförderern
oder Mitteln gegen Durchfall durch.
Unerwünschte Reaktionen können so verstärkt werden!
- Bei Auftreten der Reaktion kann
ein Antihistaminikum eingenommen werden.
Die hier aufgeführten Tipps sollen
nicht nur Selbstmedikation verleiten, sondern dienen als
Hinweise und zur Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen
Ihnen und Ihrem Arzt.
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