Gräser
Impftablette und Therapie der Graspollenallergie
Die
Gräser-Impf-Tablette: Kausale Immuntherapie ohne Spritzen
Nahezu
ein Viertel der deutschen Bevölkerung leidet unter einer allergischen
Rhinitis, bei den meisten ausgelöst durch Gräserpollen. Gräserpollenallergiker
sind den Allergenen von Mai bis September ausgesetzt. Sie haben
bis zu fünf Monate im Jahr klinische Symptome und leiden somit
unter einer persistierenden allergischen Rhinitis. Die einzige
ursächlich wirkende (kausale) Behandlungsmöglichkeit ist eine
spezifische Immuntherapie (SIT).
Seit Ende 2006 steht in Deutschland mit GRAZAX® ein Präparat für
die SIT in Tablettenform zur Verfügung. "GRAZAX® ist für Gräserpollenallergiker
derzeit das einzige zugelassene Präparat für eine kausale Immuntherapie
der allergischen Rhinitis, das den Patienten nicht mit Injektionen
belastet", sagte Professor Dr. Alexander Kapp, Direktor der Hautklinik
der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), am 27. April 2007
auf der 44. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
(DDG) in Dresden.
Die
Gräser-Impf-Tablette wird von den Patienten selbst einmal täglich
sublingual appliziert. Jede Tablette enthält 75.000 Einheiten
gefriergetrockneter, SQ standardisierter Allergene des Wiesenlieschgrases.
Dieses Allergen ist stark homolog zu allen Süßgräserallergenen
und wirkt daher auch bei einer Allergie auf Roggenpollen. Die
Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Tabletten-Immuntherapie belegen
mehrere doppel-blind plazebo-kontrollierte Studien. "GRAZAX® wurde
im derzeit weltweit größten Studienprogramm zur SIT untersucht",
betonte Kapp auf der DDG-Tagung in Dresden.
In der größten Phase-III Studie mit 634 Patienten (GT-08) wurde
bereits in der ersten Saison nach Behandlungsbeginn eine Reduktion
des Symptomscores im Mittel um 30% (Median: 36%) und eine Reduktion
des Medikamentenscores um 38% (Median: 51%) gegenüber Plazebo
nachgewiesen. 82% der Patienten fühlten sich in der Verumgruppe
"besser" oder "viel besser" als in den vorangegangenen Saisons.
Die Effekte waren hochsignifikant (p<0,0001/Mittelwerte). Diese
Ergebnisse entsprechen in etwa den Wirksamkeitsdaten aus einer
vergleichbar angelegten Studie zur subkutanen SIT.
In der zweiten Therapiesaison kam es mit der Gräser-Impf-Tablette
zu einer noch besseren Reduktion der Symptome (Mittel 36%, Median
44%) und des Medikamentenscores (Mittel 46%, Median 73%) gegenüber
Plazebo. Auch diese Ergebnisse waren hochsignifikant (p<0,0001/Mittelwerte).
In immunologischen Studien ließ sich darüber hinaus ein signifikanter
Anstieg blockierender Antikörper im Vergleich zu Plazebo nachweisen.
Damit ist ein systemischer Effekt von GRAZAX® auf das Immunsystem
offensichtlich.
Professor Alexander Kapp betonte vor allem die gute Verträglichkeit
der Gräser-Impf-Tablette. Zwar spürten viele Patienten nach Anwendung
der Tablette einen leichten Juckreiz im Mund, seltener auch im
Hals, an den Augen oder in den Ohren. Die Symptome gingen aber
im Verlauf der Behandlung zurück. "Es kam unter der Behandlung
in den Studien zu keinen anaphylaktischen Reaktionen", sagte Kapp.
Das macht diese Form der Allergiebehandlung so sicher, auch im
Einsatz zu Hause.
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