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Bauernkinder  bekommen selten Allergien

Offenbar schützt der frühe Kontakt mit Nutztieren vor Allergien.

 

von Dr. med. Jochen Kubitschek



Eine neue Untersuchung stützt die schon seit einiger Zeit diskutierte These, dass eine übertriebene Sauberkeitserziehung die Entwicklung von Allergien fördert. Bereits die Erkenntnis, dass die in DDR-Kinderhorten aufgezogenen Kinder selten an Allergien litten, gab vielen Grundlagenforschern zu denken - ebenso die Tatsache, dass Allergien in den Ländern der dritten Welt eher selten beobachtet werden.

Jetzt macht eine im renommierten Fachblatt The Lancet publizierte Studie klar, dass Kinder die schon in den ersten Lebensjahren  regelmäßig von ihren Eltern in einen Kuh- oder Schweinestall mitgenommen werden selten an  Asthma, Heuschnupfen und Atopien erkranken. Offenbar wirkt es sich auch positiv aus, wenn diese Kinder frische Kuhmilch zu trinken bekommen.


Diese Bauern-Kinder sind weit weniger für Allergien anfällig als Kinder, die erst später oder gar nicht mit den Tieren in Berührung kommen.

Hinweise darauf, dass ein frühes Training des sich entwickelnden Immunsystems für die spätere Gesundheit wichtig sind, hat es wie bereits gesagt schon früher gegeben. Nun hat eine große  in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführte Untersuchung diesen Verdacht bestätigt.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Josef Riedler, Kinder-Hospital Salzburg, hat in der Studie 3.500 Kinder aus ländlichen Gebieten untersucht, Kinder von Landwirten und von Eltern, die andere Berufe hatten.

Die Eltern wurden gefragt, ob ihre Kinder überhaupt Kontakt zu Stalltieren hatten, in welchem Alter erstmals und wie lange. Dann wurde geprüft, ob die mittlerweile sechs bis dreizehn Jahre alten Kinder in der Zwischenzeit Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis hatten. An Asthma war nur ein Prozent der Kinder erkrankt, die bereits im ersten Lebensjahr in den Stall mitgenommen wurden. Bei der Kontrollgruppe waren es hingegen zwölf Prozent.

Ähnlich eindeutig waren die Ergebnisse beim Heuschnupfen mit drei im Vergleich zu 13 Prozent und bei Neurodermitis mit 12 Prozent
im Vergleich zu 29 Prozent.

 


 

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