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ALK-Scherax
rät:
Eine
selbstgestrickte Epidemie: Allergien in Innenräumen
Als
ginge eine Seuche um, machen immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft
während ihres Lebens unliebsame Bekanntschaft mit Allergien. Noch
vor einem halben Jahrhundert traf es nur gut jeden zehnten. Inzwischen
wird der Bevölkerungsanteil der Allergiker auf mehr als zwanzig
Prozent veranschlagt - mit jährlichen Wachstumsraten um ein bis
zwei Prozent. Schätzungsweise schlagen sich daher in Deutschland
gegenwärtig 15 bis 20 Millionen Menschen - zeitweilig oder andauernd
- mit einer Allergie herum.
Bei
einer Erkrankung, die in starkem Maße eine familiäre Veranlagung
voraussetzt, ist schwer verständlich, wie sie sich binnen wenigen
Jahren geradezu epidemisch vermehren kann. Erbanlagen wie die
Gene, die eine allergische Fehlreaktion des Immunsystems begünstigen,
können sich nur über viele Generationen in der Bevölkerung durchsetzen,
nicht aber sprunghaft von Jahrzehnt zu Jahrzehnt.
Da
liegt es nahe, die Umwelt und die Umweltverschmutzung zu verdächtigen,
die krankmachende Potenz der Allergieauslöser - der Allergene
vom Hausstaub über Pflanzenpollen bis zu Nahrungsmitteln - zu
verstärken. In dieser Hinsicht haben sich wissenschaftlich in
jüngster Zeit zahlreiche neue Einsichten ergeben.
Die
überraschendste Erkenntnis dürfte sein, daß ausgerechnet die gegen
Verschmutzung von draußen weitgehend abgekapselte Umwelt der Innenräume,
der Wohnungen, Kindergärten, Schulen und Büros, im Zeichen wachsenden
Wohlstands und angeblicher Segnungen der Zivilisation die stärksten
allergiefördernden Veränderungen durchlaufen hat.
Innenraumallergien
sind heute, von der Häufigkeit her gesehen, Spitzenreiter unter
allen Formen allergischer Erkrankungen. Dabei sind sie für die
Patienten noch belastender als die Pollenallergien, die ja mit
der kurzen Zeit der Blüte der Gräser, Sträucher oder Bäume kommen
und gehen. Eine Innenraumallergie dagegen quält die Patienten,
solange sie nichts dagegen unternehmen, andauernd, Monat um Monat
und Jahr für Jahr.
Unternehmen
können sie einiges: den Allergenen aus dem Wege gehen, das heißt
Karenz üben, Allergie fördernde Alltagsbedingungen beseitigen,
akute Beschwerden medikamentös bekämpfen, und nicht zuletzt mit
der einzigen Heilmethode, der spezifischen Immuntherapie, das
Übel an der Wurzel packen.
Schöner
wohnen, schlechter leben: Allergene in Innenräumen
"Man
kann sich ja kaum noch trauen, sein Kind draußen spielen zu lassen",
klagt eine Mutter ihrem Hausarzt, dem sie ihre achtjährige Tochter
mit einem heftigen Hautausschlag vorstellt: "Die schlechte
Luft, Sommersmog, Ozon, die Autoabgase - und dann der Pollenflug!
Da muß sie ja eine Allergie kriegen."
Ein
weit verbreiteter Irrtum. Denn die meisten Allergiker holen sich
ihr Leiden oder zumindest die Empfänglichkeit für eine allergische
Erkrankung daheim, in Kindergärten, Schulen, öffentlichen Gebäuden,
kurz: in Innenräumen - dort, wo wir gut neunzig Prozent unserer
Zeit verbringen.
Nicht
nur, daß wir in den eigenen vier Wänden einer ganzen Reihe von
Allergieauslösern, sogenannten Allergenen, hochkonzentriert ausgesetzt
sind: Im Hausstaub finden sich als wichtigstes aller Allergene
Kotpartikel eines mikroskopisch kleinen Spinnentieres, der Hausstaubmilbe,
desweiteren an Haaren von Katzen und Hunden klebende Allergene
aus den Talgdrüsen und dem Speichel der Tiere, und, nicht zuletzt
jede Menge Allergene von Nagetieren, Kakerlaken, Schimmelpilzen,
die - gewollt oder ungewollt - zur Hausgemeinschaft gehören.
Obendrein
schaffen wir "drinnen" ein Klima und Milieu, das die
Allergene und die Allergieentstehung begünstigt - und nennen das
dann auch noch "schöner Wohnen". Als nachteilig hinsichtlich
einer Allergie gelten vor allem:
*
Schallschluckende und wärmeisolierende Türen und Fenster, die
kaum noch Luft zirkulieren lassen, zentralgeheizte Wohnungen und
Aufenthaltsräume mit verhältnismässig hoher Luftfeuchtigkeit:
Sie schaffen ideale Lebensbedingungen für Hausstaubmilben und
Schimmelpilze, halten aber auch alle anderen Allergene in den
Innenräumen wie gefangen
*
Die Ausstattung der Wohn- und Schlafräume mit Polstermöbeln, wollenen
Teppichen und Vorhängen: Darin können sich Allergene - von Tierhaaren
bis Hausstaubmilbenkot - verfangen und lange Zeit wirksam bleiben
*
Die wachsende Vorliebe für Haustiere, vor allem Katzen und Hunde:
Sie erhöht das Allergierisiko, weil auch ohne eigene Haustierhaltung
jeder von anderswo die wie Kletten an den Textilien hängenden
Tierhaare, die die Träger der Allergene sind, mit nach Hause schleppt
*
Der Trend zur Kleinfamilie mit nur einem Kind, das zudem behütet
im Elternhaus aufwächst: Vieles spricht neuerdings für einen gewissen
Schutz vor Allergien, wenn kleine Kinder Infektionen durch ältere
Geschwister oder durch Gleichaltrige in Krippen und Horten ausgesetzt
sind
*
Die Abneigung vieler Mütter, ihr Baby sechs Monate lang zu stillen,
es statt dessen frühzeitig auf konfektionierte Säuglingsnahrung
und Beikost umzustellen: Der frühe Kontakt mit artfremden Nahrungsallergenen
fördert die allergische Sensibilisierung, den Ausgangspunkt für
allergische Erkrankungen
*
Die Angewohnheit von Eltern und Erwachsenen, in Gegenwart von
Babys und kleinen Kindern zu rauchen und sie so dem Passivrauch
auszusetzen: Auch wenn Zigarettenqualm selber kein Allergen darstellt,
schwächt der Rauch einen unausgereiften Atemtrakt wie den eines
Säuglings nach neuesten Erkenntnissen so, daß leichter Sensibilisierungen
und Allergien entstehen können.
Zu
wissen, in welchem Gebäude oder Raum bestimmte Allergene in einer
hohen Konzentration vorkommen, ermöglicht es den Bewohnern, Vorkehrungen
bei der Wohnungseinrichtung, den Reinigungsmaßnahmen und im Lebensstil
zu treffen, um sich in den eigenen vier Wänden vor einer allergischen
Sensibilisierung zu schützen oder - bei schon eingetretener Allergie
- durch Eindämmen der konkreten Allergenquellen ihre allergischen
Beschwerden zu verringern.
Karriere
einmal anders: der Weg des Allergikers
Manchem
ist die Karriere schon in die Wiege gelegt. Der reiche Erbe braucht
sich weniger Sorgen zu machen als das Arme-Leute-Kind. So beginnt
auch für die meisten Allergiker bereits in der Wiege eine Karriere,
aber eine besonderer Art.
Niemand
kann sich seine Eltern aussuchen. Wer Pech hat, wird in eine Allergikerfamilie
hineingeboren. Die Gene, die die Eltern vererben, machen das Kind
aber nicht automatisch zum Allergiker.Doch sie begünstigen, daß
das Kind schon früh sensibilisiert wird und sich aus der Sensibilisierung
eine allergische Erkrankung vom Typ der Atopie entwickelt. Es
sei denn, die Eltern tun alles, was zur Verhütung und Vorbeugung
in ihren Kräften steht.
Heute
weist etwa jedes fünfte Kind - egal ob erblich vorbelastet oder
nicht - eine Sensibilisierung auf, zumeist gegen Hausstaubmilben,
oft auch gegen Tierhaare oder gegen Blütenpollen. Bei Kindern
jedoch, deren Mutter oder Vater eine Allergie hat, liegt die Sensibilisierungsquote
dicht unter dreißig Prozent (exakt: 28,9%). Und wenn beide Eltern
allergisch erkrankt sind, schnellt dieser Wert auf mehr als ein
Drittel hoch (genau: 35%).
Das
Schicksal nimmt oft schon seinen Lauf, wenn die Mutter aufhört,
das Baby mit der Brust zu stillen, und auf Kuhmilch umstellt.
Plötzlich bildet sich am Köpfchen Milchschorf, Zeichen eines atopischen
Ekzems. Der juckende, nässende Ausschlag greift oft auch auf die
Pofalten und Gelenkbeugen über. Kinderärzte empfehlen darum, Säuglingen
wenigstens sechs Monate lang Muttermilch zu geben.
Zumeist
bildet sich das Ekzem von selbst zurück. Dann kann jahrelang Ruhe
herrschen an der Allergiefront. Doch einmal sensibilisiert, droht
irgendwann neues Ungemach. Besonders in gut geheizten Wohnungen
mit schall- und wärmeisolierenden Fenstern und hoher Luftfeuchtigkeit
gedeihen in den Betten, Polstermöbeln und Teppichen Hausstaubmilben.
Der
Kot dieser mikroskopisch winzigen Spinnentiere enthält hochpotente
Allergene. Schon mäßige Konzentrationen davon im Staub oder in
der Zimmerluft können ein kleines Kind mit atopischer Veranlagung
zum Allergiker machen.
Die
Chancen stehen für einen Atopikersprössling nicht viel besser,
wenn im Haus Tiere wie Hund und Katze gehalten werden. Die Wahrscheinlichkeit,
daß ein solches Kind eine Tierhaarallergie bekommt, ist um so
größer, je früher im Leben es mit dem Haustier zusammenkommt (besonders
ungünstig: das erste Lebensjahr) und je länger es mit ihm Kontakt
hat.
Verzicht
auf Haustiere ist daher ein gesundheitliches Gebot für Familien
mit kleinen Kindern, erst recht in Allergikerfamilien.
Ist
die Allergikerkarriere im Kindesalter erst einmal in Gang gekommen,
dann gibt es oft kein Halten mehr, manchmal sogar bis ans Lebensende.
Für viele ist ihre Allergie nur ärgerlich, lästig und unangenehm.
Es
tränen und jucken ihnen die Augen, die Lider sehen ganz verquollen
aus, die Nase läuft, sie müssen häufig niesen, ihre Haut weist
an vielen Stellen einen juckenden, entstellenden Ausschlag, ein
Ekzem, auf, oder sie haben eine gestörte Verdauung, Durchfall.
Die Ärzte sprechen von allergischer Konjunktivitis, Rhinitis,
Neurodermitis, Allergie mit gastrointestinaler Beteiligung.
Nicht
selten aber entwickelt sich die Allergie zu einer lebensbedrohlichen
Erkrankung, begleitet von Husten, Atemnot, Erstickungsanfällen
und Todesängsten, einem Asthma bronchiale. Tatsächlich sterben
noch immer viel zu viele an dieser Form von Allergie. Allein in
Deutschland sind es Jahr für Jahr rund fünftausend Menschen, darunter
viele Kinder.
Jedem
dritten Allergiker mit ausgeprägter Rhinitis, also einem Dauerschnupfen,
steht dieser "Karrieresprung" bevor. Die Mediziner haben
dem Übergreifen der Allergie vom Nasen-Rachen-Raum auf die Bronchien
das Etikett "Etagenwechsel" verpaßt. Leider bedeutet
dieser Umzug mehr als ein Möbelrücken: Hat das allergische Geschehen
die Lungen erfaßt, breitet sich in den Bronchien zunehmend eine
Entzündung aus. An deren Ende steht eine um sich greifende Zerstörung
von Lungengewebe - mit absehbarem Ende der Karriere.
Vorbeugung,
Prävention? Wenn Allergenkarenz versäumt wurde oder versagt hat,
wenn mit entzündungshemmenden und beschwerdenlindernden Arzneimitteln
der Etagenwechsel nicht aufzuhalten war, dann kann Heilung oder
wenigstens Hilfe eigentlich nur noch von der spezifischen Immuntherapie
kommen - falls es nicht auch dazu schon zu spät ist.
Mit
Spritzen heilen: die spezifische Immuntherapie
Das
Rad der Geschichte läßt sich nicht zurückdrehen, heißt es. Auch
Allergiker haben, wenn sie in die Jahre kommen, eine Geschichte
hinter sich, vom kindlichen Milchschorf über den Heuschnupfen
zum allergischen Asthma. Doch dieses Rad der Geschichte läßt sich
zurückdrehen. Dazu kann die spezifische Immuntherapie verhelfen.
Dem
Allergiker widerfährt, meist in der Kindheit, wovon Gesunde verschont
bleiben: Sein körpereigenes Abwehrsystem entgleist, und fortan
fährt es immunologisch auf dem falschen Schienenstrang. Fachlich
heißt das: Ein Zug mit T-Helfer-Zellen vom Typ 2 fährt ab.
Die
Entgleisung besteht darin, daß das Immunsystem auf manche natürlichen
Reize, auf Antigene in der Umwelt, übertrieben abwehrend antwortet,
indem es sie als Allergene behandelt. Dafür sorgen die TH2-Zellen.
Sie setzen Entzündungsvorgänge in Gang, und die äußern sich für
den Betroffenen dann in allergischen Beschwerden.
Auf
ganz anderen Gleisen bewegt sich das Immunsystem von Gesunden.
Natürliche Reize wie Umweltantigene alarmieren zwar gleichfalls
das Abwehrsystem. Es schickt jedoch TH1-Zellen auf die Reise,
und die bewirken eher eine Entzündungshemmung.
Zu
Beginn des Jahrhunderts, als noch niemand von der Existenz der
TH1- und TH2 -Zellen wußte und die Immunologie ein ungeschriebenes
Buch mit sieben Siegeln war, da dachten schon einige Ärzte: Es
müßte doch möglich sein, Allergiker an das Allergen, das sie krank
macht, durch langsam gesteigerte Mengen davon zu gewöhnen.
Erstmals
1911 gaben in England Noon und Freeman einigen Patienten Allergenextrakte.
Offenbar gelang es ihnen in ausreichend vielen Fällen, den Organismus
der Patienten gegen das jeweilige Allergen tolerant zu machen
und so deren Beschwerden zu kurieren oder doch wenigstens zu lindern.
Denn die Methode kam in Mode.
Die
Desensibilisierung war geboren, das Unempfindlichmachen gegenüber
Allergenen. Doch wie so oft in der Medizin, wenn die Ärzte noch
nicht so recht wissen, was sie tun, stellten sich Rückschläge
ein: Immer mehr Patienten bekamen Kreislaufzusammenbrüche, anaphylaktische
Schocks, manche starben, weil kein Arzt rechtzeitig zur Stelle
war. In einigen Staaten, so Großbritannien, untersagten die Gesundheitsbehörden,
die Desensibilisierung anzuwenden.
Im
nachhinein, dank Molekularbiologie und immunologischer Forschung,
ist klar geworden, warum es so viele Zwischenfälle gab. Die Allergenextrakte
enthielten zwar auch Allergene, aber bestanden überwiegend aus
einer Mixtur von "Dreck". Ein namhafter Allergologe
unserer Tage spricht von "allergologischem Alchemismus"
und "Voodoo", der noch bis in die siebziger Jahre mit
dieser Methode betrieben wurde.
Inzwischen
ist aus der Desensibilisierung im Zuge der Spezifischen Immuntherapie
(SIT) die Hyposensibilisierung geworden. Sie ist anerkannt von
der Weltgesundheitsorganisation und wird nach Richtlinien gehandhabt,
die die Europäische Gesellschaft für Klinische Immunologie und
Allergologie aufgestellt hat und laufend aktualisiert.
Die
meisten Allergenpräparate bestehen heute nur noch aus gereinigten
Allergenen. Spitzenprodukte, wie sie von skandinavischen Forschern
entwickelt wurden, enthalten sogar die Majorallergene in molekular
definierter Menge. Für Majorallergene ist nachgewiesen ist, daß
sie für die überwiegende Mehrzahl der Allergiker den Krankheitsauslöser
darstellen.
Durch
deren Standardisierung kann in der Produktion sichergestellt werden,
daß die Zusammensetzung der Präparate über die Jahre gleich und
damit medizinisch-therapeutisch vergleichbar bleibt.
Bei
neun von zehn Allergikern schlägt die SIT an, wenn sie mit derart
hochspezifischen, molekular definierten und standardisierten Allergen-Präparaten
vorgenommen wird. Das hat eine Fülle klinischer Studien belegt.
Die Beschwerden der Patienten verschwinden ganz oder gehen so
stark zurück, daß die Allergiker wesentlich weniger zusätzliche
Medikamente benötigen.
Der
Effekt der SIT-Behandlung hält viele Jahre an - das zeigt der
nunmehr ein Jahrzehnt umfassende Erfahrungshorizont mit der neuen
Hyposensibilisierung. Und: Ihre Wirkung scheint nicht auf die
bestehende allergische Erkrankung beschränkt zu sein. Anzeichen
mehren sich, daß die Behandlung auch vorbeugend aktiv wird, etwa
wenn es darum geht, zu verhindern, daß sich aus einer allergischen
Rhinitis ein Asthma bronchiale - der gefürchtete Etagenwechsel
- entwickelt. Als eines der Vorzeichen eines solchen Asthmas gilt
eine übersteigerte Reizempfindlichkeit der Bronchialschleimhaut.
Die
Wahrscheinlichkeit, daß sich diese Hyperreagibilität (und später
womöglich ein Asthma) ausgeprägt, liegt bei kindlichen Rhinitikern
oberhalb von 40 Prozent. Mit der SIT kann dieses Risiko unter
15 Prozent gedrückt werden. Die Hoffnung besteht, daß allergisches
Asthma - heute die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter
- künftig zu den aussterbenden Krankheiten zählt.
In
der Fachwelt gilt die moderne spezifische Immuntherapie als die
"bisher einzig bekannte kausale Therapie der Allergie-Bekämpfung".
Ursächlich an dieser Behandlung ist, daß sie - wie die Immunologen
mittlerweile herausgefunden haben - die entgleiste Abwehrreaktion
vom TH2-Typ wieder zurückschiebt auf die normale Schiene, die
entzündungshemmende TH1-Reaktion. Insoweit handelt es sich um
einen Heilungsvorgang - auch wenn eingetretene Entzündungsschäden
an Organen und Geweben davon nicht wieder rückgängig gemacht werden
können.
Ihre
Patienten heilen, das möchten natürlich alle Ärzte. Aber nicht
alle Ärzte sollten sich in der spezifischen Immuntherapie versuchen.
- Zum einen erfordert es allergologische Fachkenntnisse, diagnostisch
zu ermitteln, an welchem Allergen der Patient konkret erkrankt
ist. - Zum anderen muß beim Spritzen die Dosierung der Präparate
individuell angepaßt werden, je nachdem wie gut der Patient die
Spritzen verträgt, die mit unterschwelligen Mengen beginnen und
nach drei Jahren beim Vielfachen der Umweltdosis enden. Auch das
erfordert Sachkunde. - Nicht zuletzt muß der behandelnde Arzt
in Notfallmedizin firm sein, um einen Patienten retten zu können,
dem ein anaphylaktischer Schock droht. Solche Zwischenfälle unterlaufen
mit Präparaten hoher Qualität nur selten, aber im Interesse der
Patienten sollte die SIT Ärzten vorbehalten bleiben, die eine
allergologische Spezialausbildung genossen haben.
Wie
nicht jeder Arzt die spezifische Immuntherapie praktizieren sollte,
so können auch nicht alle Patienten ihr Heil in der Hyposensibilisierung
finden. Denn nicht gegen jedes Allergen gibt es ein passendes
Allergenpräparat. Wohl aber dürfen alle Allergiker, denen die
Innenraumallergene zu schaffen machen, guter Dinge sein: Gegen
die wichtigsten Formen - Hausstaubmilbe, Katze und Hund - können
sie sich mit qualitativ hochwertigen und -wirksamen Präparaten
hyposensibilisieren und heilen lassen.
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