EPIKUTANE SPEZIFISCHE IMMUNTHERAPIE EPIT
Allergie-Vorbeugung, -Diagnose und -Therapie

- ein Projekt des Info-Netzwerk Medizin 2000-

www.allergietherapie.de/epikutane-spezifische-immuntherapie  


Bildnachweis: Fotolia,   aktualisiert am: 28.03.17, Uhrzeit: 08.06


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Epikutane Immuntherapie (EPIT) bei Erdnuss-Allergie :

Innovative Therapie-Variante bei Erdnuss-Allergien

Bisher werden im Verlauf einer Hyposensibilisierung Allergen-Konzentrate entweder über die Mundschleimhaut (sublinguale spezifische Immuntherapie SLIT), oder per Injektion unter die Haut gespritzt, in den Körper des jeweiligen Allergikers eingenbracht. Doch es wird schon seit vielen Jahren auch über andere Therapie-Varianten nachgedacht.

 

Allergien gegen Erdnüsse sind häufig und führen gelegentlich zu lebensbedrohlichen Schockzuständen.  Oft sind kleine Kinder betroffen.  Aufgrund des hohen und schwer zu kalkulierenden Gefährdungspotentials schrecken viele Betroffene  vor der üblichen subkutan anzuwendenden Spezifischen Immuntherapie (SCIT) zurück.
Um dieses Problem der mangelhaften Akzeptanz zu lösen, hat nun eine Forschergruppe versucht, die für die Hyposensibilisierung benötigten Erdnuss-Allergene unter Verwendung von regelmäßig auszutauschenden Haut-Patches  (Peanut Epicutaneous Immunotherapy (EPIT)) zu behandeln.
Diese Pflaster werden auf der Haut des Unterarms des jeweiligen Patienten  fixiert.  Die auf den Patch aufgetragenen Erdnuss-Protein-Allergene diffundieren dann durch die Haut in die Blutbahn des Allergikers und regen im Körper den vom Immunsystem angeregten Prozess der amgestrebten Hyposensibilisierung gegen Erdnuss-Protein an.

Diese innovative, epikutane Anwendung der aus den Erdnüssen extrahierten Allergene eignet sich besonders gut für kleine Kinder und erwachsene Spritzen-Phobiker,  die bisher mit den herkömmlichen  Therapiemethoden kaum zu behandeln waren. An dieser an mehreren Therapie-Zentren durchgeführten, Placebo kontrollierten doppelblind konzipierten Mini-Studie nahmen 74 Patienten im Alter von 4-25 Jahren teil. Die Studienergebnisse wurden im angesehennen Fachblatt Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht.
Die an der Studie beteiligten Erdnuss-Allergiker erhielten entweder ein Scheinmedikament,  oder eines von zwei unterschiedlich stark mit Erdnuss-Eiweiß präparierte Patch-Systeme.  Nach 52 Wochen zeigte sich, dass die Therapie - wie erhofft - besonders gut bei kleinen Kindern gewirkt hatte.  Viele von ihnen vertrugen am Ende der Studie deutlich mehr Erdnuss-Protein, als zu Beginn der Untersuchung.  Die neuartige Therapie war  erfolgreich und führte bei den Studienteilnehmern zu zahlreichen erwünschten Modifikationen des körpereigenen Immunsystems.  Beispielsweise zu einer Zunahme der erdnuss-spezifischen IgG4-Konzentration und des  Verhältnisses von IgG4- zu IgE-Werten.  Ebenso zu einem Rückgang der eine Allergie fördernden TH2-Zytokine.
Die an der Studie beteiligten Forscher wiesen ausdrücklich darauf hin, dass diese vielversprechenden Ergebnisse in Zukunft in weiteren,  und dann größeren Studien überprüft werden sollten.Allergietherapie,allergische Erkrankungen,Heuschnupfen

Epikutane Allergietherapie (EPIT)  bei Allergien gegen
Baum- oder Gräser-Pollen

Die überwiegende Mehrzahl aller Allergiker wird in Deutschland nicht optimal mit einer spezifischen Immuntherapie  behandelt. Alle derzeit zur Verfügung stehenden Therapie-Varianten haben Vor- und Nachteile. Jetzt zeigte sich, dass auch die neu entwickelten Allergenpflaster (epikutane Spezifische Immuntherapie  zumindest für die Behandlung von Graspollen-Allergien geeignet sind.

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Allergie - ein rätselhaftes Phänomen
des modernen Lebens

- das Team des Info-Netzwerk Medizin 2000 erläutert die Situation
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Mittelteil Allergie Allgemeintext

Basis-Informationen zum Thema  Allergietherapie.

Schwerpunkt der Behandlung von Allergien ist derzeit die sublinguale
Immuntherapie (SLIT)  mit Hilfe von Tabletten, die standardisierte Allergene  jener Gräserpollen enthalten, die in der Natur weit verbreitet und daher Ursachen der Pollenallergie sind.

Seit Jahrzehnten werden Allergien – besonders häufig Gräser- und Baumpollen-Allergien– mit Hilfe der subkutan (unter die Haut) anzuwendenden spezifischen Immuntherapie (SIT, bzw. SCIT) behandelt.
Allergologen haben herausgefunden, dass etwa 80% aller Allergien durch in die Atemwege eingedrungene Gräser- und Baumpollen verursacht werden. Diese Kontakte zu Pollen verurachen häufig Entzündungen der Atemwege.

Eine gute Wirkung der spezifischen Immuntherapie (SIT oder SCIT) wurde nicht nur bei Pollenallergien beobachtet, sondern auch bei Tierhaarallergie - insbesondere Hundehaar- und Katzenhaarallergien. Im Fall der ebenfalls weit verbreiteten Insektengift-Allergie (u.a. Wespen- und Bienengiftallergien) konnte sich die spezifische Immuntherapie mit subkutaner Anwendung (SCIT)  in der Vergangenheit sogar oft als lebensrettend erweisen. 

Bei Risikopatienten werden stationär durchzuführende Schnell-Hyposensibilisierungen empfohlen, um möglichst umgehend  eine Minderung des Risikos lebensbedrohlicher Schockzustände zu erreichen.  Doch leider versagen bei der ebenfalls weit verbreiteten Hausstaubmilbenallergie alle physikalischen und chemischen  Schutzmaßnahmen.   Ohne eine spezifische Immuntherapie (SIT) geht bei der Allergie gegen die Bestandteile des Hausstaubs also überhaupt nichts.

Eine spezifische Immuntherapie ist bei starken allergischen Beschwerden meist der einzige praktikable Behandlungsweg. Die oft empfohlene symptomatische Behandlung,  z.B. mit Antihistaminika ist nur bei leichten Verlaufsformen einer Allergie ausreichend wirksam. Die Erfolge einer spezifischen Immuntherapie wurden in den vergangenen Jahrzehnten in zahlreichen wissenschaftlichen Studien immer wieder eindeutig belegt.

Auch die industriekritische WHO (Weltgesundheitsorganisation)  beurteilt die spezifische Immuntherapie positiv, da sie als einzige verfügbare Behandlungsmöglichkeit direkt an den immunologischen Ursachen der Allergie ansetzt und so positiv in den weiteren natürlichen Verlauf der Krankheit eingreift. 

Doch die subkutan anzuwendende spezifische Immuntherapie (SCIT) hat leider auch einige gravierende Nachteile (u.a. großer erforderlicher Zeitaufwand (3-5 Jahre), zu geringe Zahl ärztlicher Allergie-Experten  und schließlich das Risiko bedrohlicher Therapie-Zwischenfälle (Anaphylaktischer Schock),  so dass nur ein kleiner Teil der für die Therapie in Frage kommenden  Allergiker (geschätzt 10%) tatsächlich in den Genuss dieser grundsätzlich sinnvollen und wirksamen Therapie kommt.

Die Mehrzahl der Allergiker – darunter viele Patienten, die sich einfach nur vor Spritzen fürchten, oder die den erforderlichen Zeitaufwand scheuen – wurden bisher nur symptomatisch behandelt (beispielsweise mit den oft müde machenden Antihistaminika) und riskierten so, dass es im  weiteren Verlauf der Erkrankung - oft nach vielen Jahren - im Zuge eines sog. „Etagenwechsels“  aus dem eher lästigen Heuschnupfen ein bedrohliches allergisches Asthma entwickelt (nach Expertenmeinung droht dies in bis zu 30% der Fälle  - der nicht optimal mit einer Immuntherapie behandelten Allergiker. 

Insbesondere für diese bisher nicht, oder nicht ausreichend therapierten Patienten  wurden die sog. "Grastabletten" entwickelt, die die Allergene der wichtigsten pollenproduzierenden Gräser als genormte Extrakte enthalten. Da diese Medikamente geschluckt werden  - also oral angewendet werden (sublinguale spezifische Immuntherapie= SLIT) - kann die Therapie nach der  Einstellung bei dem jeweils behandelnden Allergologen von den Patienten zu Hause in eigener Regie durchgeführt werden.  
Eine sublinguale spezifische Immuntherapie (
SLIT) speziell mit „Grastabletten“  hat sich in ersten Studien als wirksam,
gut verträglich und sicher erwiesen. Dies gilt für sowohl für die Anwendung bei Erwachsene, Heranwachsenden und auch Kindern.   Doch die erhoffte Zeitersparnis stellt sich nicht ein. Auch die SLIT wirkt Studien zu Folge am besten, wenn sie über 5 Jahre durchgeführt wird.

Diese "Allergie-Tabletten" werden mittlerweile von mehreren Pharmaunternehmen angeboten,  bzw. entwickelt.
Besonders kleine Kinder und ängstliche erwachsene Patienten ziehen  diese Tabletten natürlich den bisher üblichen  „
Allergie-Spritzen“ vor. Experten rechnen damit, dass es schon bald auch für andere weit verbreitete allergisch bedingte Überreaktionen des Organismus oral anzuwendende Tabletten oder Tropfen geben wird, die die jeweiligen Haupt-Allergene in standardisierten Mengen enthalten werden.

Diese innovativen Medikamente werden dann die von vielen Allergikern als sehr lästig empfundenen Allergie-Spritzen
- zumindest teilweise -überflüssig machen.   Die derzeit vorliegenden Erkenntnisse zur Wirkung der spezifischen Immuntherapie (SIT)  stammen in erster Linie aus wissenschaftlichen Studien, die von forschenden Pharmaunternehmen initiiert wurden.

Diese forschenden Firmen haben sich auf die Behandlung von Allergien spezialisiert und konnten so im Lauf von Jahrzenten ein hohes Maß an Fachkompetenz ansammeln. Da bisher keine wissenschaftlichen Studien vorliegen, die die Wirkung unterschiedlicher oral anzuwendender Produkte miteinander vergleichen, kann die Frage der "optimalen" Allergietherapie derzeit nicht aufgrund wissenschaftlicher Beweise beantwortet werden. Es ist aber aufgrund allgemeiner Lebenserfahrunge sehr wahrscheinlich, dass alle Medikamente, die Allergene in ausreichender und genormter Menge enthalten, für eine effiziente orale  Allergiebehandlung geeignet sind. Der Erfolg steht und fällt natürlich mit der Qualität der Allergen-Extrakte.  Der Patient selbst und auch sein behandelnder Arzt hat keine Möglichkeit, diese Qualität zu überprüfen. Sie sind darauf angewiesen, den spezialiserten Pharmaunternehmen Vertrauen entgegen zu bringen.

Dr. med. Jochen Kubitschek

 
   

 





 




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